ts

tbmodp.jpg

Die VHT Amps Special 6 und Special 6 Ultra sind mit einem internen Dreiwege Tonestack (Bass, Middle, Treble) ausgestattet, der mit Widerständen auf feste Werte eingestellt ist. Die Schaltung des Tonestacks entspricht einer typischen Fender-Schaltung. Der von außen zugängliche Tone-Regler ist nicht Teil des Fender-Tonestacks, sondern ist zu diesem zusätzlich in Reihe geschaltet.

 

Beim Special 6 Ultra ist der Tonestack identisch aufgebaut wie beim Special 6, jedoch unterscheiden sich die Namen der Bauteile. Die folgende Beschreibung gilt gleichermaßen für den Special 6 und den Special 6 Ultra.

 

 

Tabelle: Vergleich der Bauteile-Namen

Tone Stack Claculator Special 6 Special 6 Ultra
R1 R9 R11
C1 C6 C15
C2 C9 C16
C3 C10 C17
R2 (high) R10 R13
R2 (low) R12 R14
R3 R13 R15
R4 R15 R16
 
Boost Widerstand R22 R12

 

Der Schaltplan zeigt den Tonestack des Special 6.

ts

sp6ts10.png

Bild: Schaltplan des Tonestacks.

 

Hinter dem Tonestack (rot umrandet) folgt der Volume-Regler (VR1) und der "Tone"-Regler (VR2). Der Widerstand R22 ist für den Boost zuständig und normalerweise über Schalter S1 kurzgeschlossen. Der "Tone"-Regler wirkt zugedreht wie eine Tonblende, welche die hohen Töne dämpft. Dreht man ihn auf, so wirkt er wie ein Bright-Regler, er verstärkt die Höhen in Abhängigkeit der Position des Volume-Reglers. Der Kondensator C11 entspricht einem "Bright-Cap". Die Wirkung der Bright-Stellung ist um so höher, je niedriger der Volume-Regler eingestellt ist.

 

Das folgende Bild zeigt die Schaltung des VHT Special 6 Tonestacks und des Fender-Tonestacks im Vergleich.

ts

sp6ts11.png

Bild: Special 6 und Fender Tonestack im Vergleich.

 

Die Widerstände des fest eingestellten Tonestacks sind farbig markiert. Während Bass und Mitten mit jeweils einem Widerstand auskommen, benötigt der Treble-Regler zwei Widerstände. Dabei ergibt sich für Treble in der Summe (R10+R12) ein "krummer" Wert von 207K, normalerweise sitzt an der Stelle ein Poti mit 250K.

 

Simulation des Tonestacks

Die folgende Simulation zeigt, welchen Einfluss der interne Tonestack auf Lautstärke und Klang hat. Für die Simaulation ist der "Tone Stack Calculator" von Duncan's Amp Pages das ideale Tool.

Download (Externer Link)

 

Die Bauteile-Bezeichnungen in der folgenden Beschreibung beziehen sich auf das Fender-Schaltbild des Tone Stack Calculators.

Zunächst simuliere ich den originalen Tonestack des Special 6. Dazu ist beim Tone Stack Calculator in der Einstellung "Fender" der Kondensator C1 auf 220p zu ändern. R3 (Bass) stellt man auf 33K und R4 (Mid) auf 6,8k bei jeweils 100% Vollausschlag. Der Höhenregler R2 (Treble) wird auf 207k linear mit 13% eingestellt. Die 207k ergeben sich aus dem Schaltbild des Special 6 (R10+R12). Die 13% sind das Verhältnis von R12/(R10+R12), das Treble-Poti muss dabei auf linear eingestellt sein.

ts

sp6tsimorig.png

 

Bild: Die Simulation zeigt die rote Linie als Übertragungsfunktion des Special 6 Tonestacks.

 

Die original Special 6 Einstellungen für die Simulation im Tone Stack Calculator gibt es hier zum Download (Link).

 

Simulation der Boost-Funktion

Wenn man gerade schon mal dabei ist, kann man noch schnell die Wirkung der eingebauten Boost-Funktion simulieren, die mit Push-Pull-Poti oder Fußschalter zu aktivieren ist.

ts

sp6tsimboost.png

Bild: Die grüne Linie zeigt den aktivierten Boost.

 

Wie man sieht, ergibt sich bei eingeschaltetem Boost eine Verstärkung des Signals um etwa 10 dB, bei den mittleren Tönen sogar noch etwas mehr.

 

Festgelegte Einstellung des Tonestacks

Als nächstes widmen wir uns der Frage, auf welche Reglerstellungen der Tonestack des VHT Special 6 ab Werk eingestellt ist.

Die Potis sind beim Tone Stack Calculator für die Simulation auf die Standardwerte eines Fender Tonestacks einzustellen: R2=250K log, R3=250K log, R4=10K lin oder 25 K lin.

Fender verwendet für den Mittenregler entweder einen Wert von 10K oder, beispielsweise beim Blues Junior, 25K. Ich habe mich für einen 25K Regler entschieden.

 

Um den Originalklang des Amps einzustellen, dreht man die Regler auf folgende Werte:

Bass: 23%
Middle: 25%
Treble: 23%

Pi mal Daumen also alle Regler auf zweieinhalb, wenn man einen 25K Mitten-Regler einsetzt. Falls man als Mitten-Regler ein 10K Poti einsetzt, ergibt sich für die Mitten ein Einstellwert von 68%.


ts

sp6tsim23-25-23.png

Bild: Auf diese Werte ist der Tonestacks des Special 6 ab Werk eingestellt.

 

Der Screenshot zeigt, dass die Kurven bei der oben angegebenen Einstellung fast deckungsgleich sind. Die leichte Abweichung ergibt sich aus dem Umstand, dass der Gesamtwiderstand des Treble-Reglers beim VHT 207K beträgt (R10+R12), bei Fender dagegen 250K.

 

Anschließend habe ich noch die Übertragungsfunktionen für verschiedene Min-Max Reglerstellungen simuliert.

ts

sp6tsimfender.png

Bild: Regelbereich des Tonestacks

 

Wie man sieht, bekommt man reichlich Spielraum zur Klangeinstellung, wenn man die Festwiderstände durch Potis ersetzt. Damit lässt sich der Grundsound an jede Gitarre und jeden Pickup-Typ einstellen.

 

Tonebuster

 

Translate


TB-Suche

Besucher

Heute 4

Gestern 15

Insgesamt 51633